Lage:
Der südamerikanische Binnenstaat Bolivien erstreckt sich über eine Fläche von rund
1 000 000 km² und grenzt im Süden an die Staaten Paraguay und Argentinien sowie im Westen an Peru und Chile. Im Osten und Norden befindet sich die Grenze zu Brasilien. Geprägt wird das Land von zwei Gebirgsketten der Anden, deren Höhe über 6 500 Meter erreicht, das Kernland in der Mitte gilt als eigentliches Zentrum, hier wohnen rund 80 Prozent der über 10 Millionen bolivianischen Einwohner. Hauptstadt ist Sucre im Süden des Landes mit über 300 000 Bewohnern.
Wissenswertes:
Bolivien zählt zu einem der ärmsten lateinamerikanischen Länder, ein Großteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Die Landschaft Boliviens ist von zahlreichen Naturschönheiten geprägt, dazu zählen etwa der Titicacasee, der Nationalpark Noel Kempff Mercaro und die Amazonasregion. Besonders faszinierend ist die Kulturenvielfalt des Staates, an die 35 verschiedenen Volksgruppen leben hier mit ihren eigenen Traditionen, die sich in Tänzen, Musik und auch in der Vielfalt der farbenprächtigen Trachten niederspiegeln. Als Amtssprache gilt Spanisch, doch gibt es daneben auch eine Vielzahl an indigenen Sprachen und Dialekten, die als regionale Amtssprache im entsprechenden Gebiet anerkannt sind.
Klima:
In Bolivien herrschen verschiedene Klimazonen, welche vor allem durch die entsprechende Höhenlage bestimmt werden. Auf dem Altiplano, einer durchschnittlich 3 600 Meter hohen Hochebene in Westbolivien herrscht gemäßigtes Höhenklima mit eher kühlen Temperaturen und mittlerer Luftfeuchtigkeit. Auf den höchsten Gipfeln der Anden findet man nahezu polare, entsprechend kalte Klimaverhältnisse vor. Das Amazonasgebiet mit dem Regenwald weist tropisches Klima auf, und im Tiefland, etwa im Gran Chaco im Südosten, herrschen teilweise savannenähnliche Klimaverhältnisse, hier kann es am Tag extrem heiß werden, während in der Nacht die Temperaturen deutlich absinken können. Jänner bis März kommt es hier zu oft heftigen Regenfällen. Die Tiefebene im Norden ist sehr feucht und warm, begleitet von teilweise heftigen Niederschlägen, und in der zentralen Tiefebene ist es von Mai bis September sehr trocken, die restlichen Monate hingegen ausgesprochen warm und niederschlagsreich.
Die beste Reisezeit für Bolivien ist zwischen Mai und Oktober, in der Regenzeit von November bis April kann es aufgrund der heftigen Niederschläge durchaus zu ziemlich erschwerten Reisebedingungen, etwa durch Verschlammungen der Straßen und ähnliches, kommen.
Reisen nach Bolivien:
Bolivien ist ein Land für Abenteurer und Individualtouristen, mit einer überwältigenden landschaftlichen Schönheit und einer Reihe an kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten. Noch ist Bolivien nicht vollständig touristisch erschlossen, an manchen Orten kann man noch das echte und unverfälschte bolivianische Leben finden, allerdings sollte man sich bei einer geplanten Rundreise vorher auf jeden Fall kompetent beraten lassen. So sind zahlreiche Impfungen als Gesundheitsvorsorge unerlässlich, und auch ein guter Versicherungsschutz wird angeraten, da die Infrastruktur im Land nicht überall unseren Vorstellungen entspricht.
Anreise:
Eine Anreise aus Europa beinhaltet Zwischenstopps in diversen Ländern, Fluglinien, welche Bolivien anfliegen, sind zum Beispiel LAN Chile oder Iberia. Von den USA und zahlreichen lateinamerikanischen Ländern gibt es Direktflüge ins Land, angeflogen werden in erster Linie Sucre und La Plaz. Innerhalb Boliviens steht ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung, man kann mit dem Bus oder dem Flugzeug reisen, während der Regenzeit sind jedoch manche Bustrecken mehr oder weniger unpassierbar, in diesem Fall kann man auf die nationalen Flugangebote ausweichen. Man findet auch relativ gute regionale und überregionale Zugverbindungen, vor allem zwischen den großen Städten, vor. Für die individuelle Reise mit dem Auto oder dem Motorrad empfiehlt sich außerhalb der Städte unbedingt ein geländegängiges Fahrzeug, und man sollte auch auf eine entsprechende umfangreiche Ausrüstung nicht vergessen.
Hotels und Unterkünfte:
In Bolivien findet man zahlreiche Hotels und Unterkünfte, vom Luxushotel bis zu Hostels und Privatunterkünften. Auch im Internet finden sich zahlreiche Anbieter von Unterkünften, es werden auch Rundreisen und Pauschalreisen angeboten. Wer sich für eine individuelle Reiseplanung entscheidet, sollte sich vorher umfassend informieren, etwa über Gesundheitsvorsorge, Versicherungen und nationale Besonderheiten.
Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Sucre:
Sucre gilt als eine der schönsten Städte Südamerikas. Die Altstadt wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
- Casa de la Libertad: In dem historischen Gebäudekomplex wurde 1825 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Mit sehenswertem Museum.
- Textilmuseum: Bietet einen interessanten Einblick in die Kunst des Webens der indigenen Bevölkerung.
- Kloster la Recoleta: Aus dem Jahre 1601, auf einem Berg gelegen, wunderschöner Ausblick auf Sucre, sehenswerte Gärten und ein Museum mit sakraler Kunst.
Sehenswürdigkeiten in Bolivien:
La Paz: Die Stadt ist der höchstgelegene Regierungssitz der Welt in einer Höhe von 3200 bis 4100 Metern. Die Stadt ist einerseits erfüllt von pulsierendem Leben, andererseits voll mit historischen du kulturellen Sehenswürdigkeiten.
- Plaza Murillo: Hier befinden sich der Regierungspalast und das Parlamentsgebäude
- Iglesia de San Francisco: Interessante Kirche mit einem Museum und Kloster
- Museo Casa: Eines der bekanntesten Museen Boliviens
- Coca-Museum: Hier erfährt man alles über die Geschichte der Coca
- Banco Central de Bolivia: Höchstes Gebäude in Bolivien
- Museo Nacionale de Arte: Zahlreiche Kunstschätze und Bilder namhafter bolivischer Künstler
- Nationalpark Cretacio: Eine der größten Dinosaurier-Spuren-Sammlung kann man in dem Gebiet unweit von Sucre bestaunen.
- Titicaca-See: Im „Heiligen See“ liegen insgesamt 33 Inseln, die Isla de la Luna und die Isla del Sol sind eng mit dem Schöpfungsmythos der Inkas verbunden.
- Copacabana: Die Stadt am Titicaca-See ist der bedeutendste Wallfahrtsort des Landes. In der Basilika befindet sich die ein Meter hohe Marienstatue Virgen Morena, die „Dunkle Jungfrau“, die als Schutzheilige des Sees verehrt wird.
- Cochabamba: Historisch und kulturell ausgesprochen sehenswert, vor allem die Kathedrale, das Archäologische Museum und das Kloster de Santa Teresa.
- Gruta de San Pedro: Höhle mit einem unterirdischen See in der Nähe des malerischen Städtchens Sorata
- Tupiza: Die Stadt liegt landschaftlich ausgesprochen reizvoll
- Salar de Uyuni: Der größte Salzsee der Welt mit über 12 000 km² im Südwesten von Bolivien auf dem Altiplano. Lebensraum für unzählige südamerikanische Flamingos.
- Potosi: Man kann an Führungen in Bergbauminen teilnehmen oder eine Sightseeing-Tour durch die reizvolle Altstadt unternehmen, die durch ihre zahlreichen prächtigen Kolonialbauten beeindruckt und zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.